KonzerteRock Im Park, by MonicaNach einer viel zu kurzen Nacht, in welcher einige von uns gar nichts geschlafen haben, ging es am nächsten Morgen möglichst zeitig nach Nürnberg. Denn es galt für fast zehn Personen, Tickets für ein ausverkauftes Open Air zu organisieren. Klar, es gab noch Tribünenplätze. Aber keiner von uns hatte Lust auf irgendeinem Rang zu sitzen, während a-ha unten spielte. Wie aber schon mal erwähnt, sind a-ha Fans ziemlich erfinderisch und clever geworden, was Konzerte anbelangt. Und da man mit Willen viel erreichen kann, hatte zumindest ich keine Zweifel daran, dass wir alle am Abend das Konzert geniessen können. Und tatsächlich, irgendwann entdeckte ich einen ziemlich zweideutig aussehenden Typen. Ich sprach ihn an und fragte ihn, ob der denn eine Möglichkeit sähe, uns da rein zu bringen. Wir einigten uns dann auf 100DM und verabredeten uns zu einem späteren Zeitpunkt an einem etwas versteckten Treffpunkt. Ich kam mir ein bisschen wie eine Kriminelle vor. Aber schlussendlich haben wir ja niemandem wirklich geschadet. Klar, der Typ hat sich durch uns eine goldene Nase verdient, aber da es auf regulärem Weg keine Tickets mehr gab, mussten wir uns halt von ihm rein schmuggeln lassen ;-) Kaum drinnen hat sich der Typ dann auch schnell verzogen. Also, nicht
dass ihr jetzt denkt, wir machen krumme Touren, nein, wir lassen nur nichts
unversucht um an ein Konzert zu kommen ;-) Oder wie Magne an diesem Tag
in einem Interview sagen wird: "Race your hopes and set your self
high goals". Und schlussendlich kamen wir um die 200DM pro Person
günstiger rein, als regulär, da es auch für dieses Openair
nur Dreitages Tickets gab. Vor der Bühne gab es wiederum (ähnlich wie bei Rock am Ring) eine Absperrung ca. 100m vor der Bühne entfernt. Im Gegensatz zum Tag davor hielt sich die Security hier an die Vorschriften. Was zum Vorteil hatte, dass es kein ganz so grosses Gedränge war, was aber für mich in dem Moment auch hiess, ich komme nicht zur Bühne vor, weil schon zu viele Leute drin war, und dieser Teil abgesperrt war. Alle meine Freunde waren optimistisch und sagten mir, komm Moni, nach HIM gehen eh alle heim, dann kommen wir locker nach vorne. Nachdem ich jedoch am Tag davor gesehen habe wie begeistert manche HIM Fans von a-ha waren, wollte ich es nicht auf einen Versuch ankommen lassen. Ich muss ganz ehrlich sagen, seid meinem ersten a-ha Konzert in frühster Jugend stand ich immer in den ersten Reihen, und es ist für mich bis heute unvorstellbar, ein Konzert von weit hinten zu geniessen. Konzerte sind für mich die einzige Möglichkeit, a-ha von Nahem zu erleben. Ich denke auch je weiter vorne desto eher springt der Funke der Begeisterung von a-ha auf dich über. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass man von weit hinten das Konzert gleich mitfühlen kann. Ich meine, a-ha gehört zum Glück nicht zur tanzenden Komerzgroup Garde. Wenn man da ihr Mimik nicht sieht, dann fehlt ein grosser Teil. Wenn man Magnes Lippen nicht sieht, wenn er sie zu einem "coolen Rockermund" formt und er seine Augen zusammen kneift, weil ihm ein Lied besonders gut gefällt, oder in Mortens Augen blicken kann, wenn sie bei Hunting High and Low vor Freude glänzen, ganz zu schweigen davon wenn man nicht ab und zu dass Lächeln sieht, dass über Paul's Gesicht huscht, wenn ihm auf der Gitarre etwas besonders harmonisch gelungen ist, dann fehlt für mich ein wichtiger Teil von dem, was ein a-ha Konzert so speziell macht! Deswegen war es mir also wichtig in den ersten Reihen zu stehen. Und
da ich eh die einzige unserer Gruppe war, die sich lieber vor Magne als
vor Morten stellte, habe ich mich von den anderen getrennt und machte
mich auf den Weg hin zur Bühne. Kurz bevor Anastacia die Bühne
betrat geschah was Witziges, der Security Mann liess mich durch die Absperrung
und nahezu alle Fans liessen mich nach vorne. Bis Anastacia zu spielen
begann, stand ich schon in der dritten Reihe. Ein wenig verwundert habe
ich mich bei manchen bedankt, weil wirklich alle zu Seite traten sobald
sie merkten dass ich gerne noch weiter vor will. Als dann noch einer antwortete:
"Na, ist doch klar dass wir Anastacia Fans vorlassen" war ich
doch ziemlich verwundert. Bis mir einfiel. Ich trug eine farbige Sonnenbrille
und unseren neuen Cowboyhut. Eigentlich genau der Anastacia Stil ;-) Deswegen
liessen mich alle vor, weil sie dachten nun kommt mein Idol. Nun, mir
konnte es recht sein. Der Moment wenn a-ha auf die Bühne kommt rückte immer näher, und damit leider auch der Moment der HIM Konzertes. Ich muss ehrlich gestehen, ich hatte fast ein wenig Angst davor. Was ich aber dann erlebte liess mich fast laut auflachen. Die HIM Fans vom heutigen Tag waren alle etwa einen Kopf kleiner als ich, nett und harmlos. Ich konnte das Konzert richtig geniessen, und fand es sogar gut. Als dann das a-ha Konzert endlich anfing stand ich glücklich in der zweiten Reihe direkt vor Magne. Umgeben von lauter HIM Fans. Erst dachte ich, na dass kann ja heiter werden. Ich musste auch einige spöttische Bemerkungen besonders über das Alter der drei anhören. Als dann jedoch a-ha auf die Bühne trat und die Teenies Morten sahen, drehte sich eine erstaunt nach mir um und meinte: "Ähm, wie alt sind die?" Na, Mädels, da staunt ihr wie "frisch" sich a-ha hält ;-) Und ich muss hier doch mal sagen, Magne mit leicht längeren Haaren sieht einfach Klasse aus ;-) Die Songliste war heute nahezu die gleiche wie am Tag zuvor. Allerdings konnte Morten seinen "Schlafsack" im Tourbus lassen. Ganz so kalt wie am Tag zuvor war es dank Sonnenschein heute nicht mehr. Die ersten Songslang standen die meisten Teenies in meiner nächsten Umgebung ziemlich passiv rum, aber als dann a-ha die "alten" Hits zum besten gaben, konnten auch die "nicht a-ha Fans" nicht mehr anders. Sie rockten und sangen genauso begeistert mit. Höhepunkte waren natürlich auch heute "The living daylights" und "Hunting High and Low". Bei beiden sang das Publikum kräftig mit. Bei "Hunting High and Low" hatte das Publikum heute jedoch
ein wenig Mühe den Text und den Ton zu treffen. Doch es wäre
nicht Morten, wenn er uns einfach so aufgeben liesse ;-) Ne, ne, als der
Gesang der Menge langsam nachliess meinte Morten: "Come on Germany,
I want to hear you". Und ganz der Singlehrer schaffte er es auch
heute mit der Anweisung, wir sollen vom Bauch raus singen, dass "Hunting
High and low" einigermassen gut gesungen wurde. Nach weiteren guten
Darbietungen und selbstverständlich dem Höhepunkt "Take
on me" ging dieses Konzert zu Ende. Völlig übermüdet
aber glücklich fuhren wir zurück zu Simo, wo wir nach einem
abschliessenden Prosecco glücklich in unsere Schlafsäcke krochen
und den Schlaf der Gerechten schliefen. Ich denke, ich war nicht die einzige,
die in Gedanken noch sanft in einen "a-ha reichen" Traum über
glitt. |