KonzerteSoundarena - Wohlen, by SusanneManchmal habe ich nun mal so Vorahnungen. Ich las schmunzelnd nach all den Jahren mal wieder a-has Biographie durch. Ach ja, einst wusste ich das alles auswendig, aber leider hatte ich meine gesamte Sammlung vor elf Jahren vernichtet. Dafür habe ich noch alle meine Tagebücher. Ich habe die Zeit nie vergessen. Ich habe sie in schöner Erinnerung. a-ha sind gute alte Freunde von mir.... Ich habe Geschichten über sie geschrieben, die ich noch heute in meinen Kisten aufbewahrt habe. Damals waren Computer keine Selbstverständlichkeit, und das Wort Internet kannte kein Mensch. Wie schön wäre es doch, überlegte ich mir, eine Homepage über a-ha zu machen... Ich chatte so gut wie nie, weil ich kaum Zeit habe, aber diesmal dachte ich mir, warum nicht? Und so loggte ich mich am selben Abend ein und stiess sehr bald auf ein positives Echo, als ich dort schrieb, dass ich aus Basel kam... In Kürze schloss ich Bekanntschaft mit Monica und sie lud mich zu sich nach Hause ein, wo ich feststellte, dass wir beide im Quasseln 1A waren. Wir verstanden uns auf Anhieb super! Dass sie auch bereits im Besitz von Tickets nach Wohlen war, war ja klar! Am Abend vor dem Konzert trafen wir uns alle zusammen im ZicZac in Allschwil.
Alle zusammen, das waren Monica, Simo, Natascha, Brigitte, Berndt, Minnie
und noch ein, zwei, deren Name ich leider vergessen habe (bitte etwas
beschämt um Verzeihung!) und ich. Es war das erste Mal, dass ich
die Leute traf, von denen Monica mir schon so viel erzählt hatte.
Der nächste Tag kam heran und ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten sollte. Ich nahm meine Freundin Brigitte als Begleitung mit, die damals in unserer Jugendzeit meine a-ha Schwärmerei über sich hatte ergehen lassen müssen. Das einzige, was mich wurmte, war, dass ich nicht mit Monica in die erste Reihe stehen konnte, weil Brigitte das nicht zusagte und ich es unhöflich fand, meine Begleitung einfach alleinzulassen. Auf dem Weg zum Bahnhof kaufte ich eine rote Rose, weil wir dies am Vorabend so verabredet hatten. Das Gelände war gross und bereits voller Stimmung, und die Sonne
knallte wirklich mit aller Kraft vom Himmel. Ich trug meine neuen kurzen
Jeans und eines dieser rosa Glitzeroberteile, das mir bald am Leib klebte,
und eine lächerliche Schirmmütze, die mich vor allzu intensiver
Sonneneinstahlung schützen sollte. Und so pirschten wir durchs Gelände
und suchten unseren a-ha-Fan-Meeting-Point. Als die Reggaegruppe ihren Auftritt hatte, gesellten wir uns langsam wieder zu den anderen. Es war ein Leichtes, nach vorne zu kommen, die Menge stand nicht sehr dicht gedrängt. Hier würden nachher a-ha auftreten. Ich war ziemlich aufgeregt. Und da meinte Brigitte, es würde ihr nichts ausmachen, wenn ich vorne stehen würde, sie würde sich nach hinten verziehen und nach dem Konzert auf mich warten. Es war unheimlich lieb von ihr! Also schloss ich mich Monica und Ilaria an und wir rutschen immer weiter nach vorne bis zur zweiten Reihe. Ich konnte es fast nicht glauben. Wenn mir einer damals vor fünfzehn Jahren erzählt hätte, dass ich a-ha doch noch einmal von so nahem erleben würde, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Diese Vorstellung rührte mich ziemlich ;-)) Und so stand ich also da, prüfte zum hundertsten Mal, ob ich alles dabeihatte, ob der Film in der Kamera war, meine Mütze einigermassen gerade sass, ich genug Sonnencrème auf meine Schultern eingerieben hatte und zur Wasserflasche und Dextro Energen greifen konnte, wenn die Sonne zu heiss auf meine Birne brutzeln würde. Ich stand nun also hier in der zweiten Reihe und hatte einen guten Ausblick auf die Bühne. Als ich aus irgendeinem Grund auf die Idee kam, meine Wasserflasche umzuschütten und dies auf sehr... äh... umständliche Weise tat, zupfte mich Monica plötzlich am T-Shirt. Im selben Moment fiel mir ein, dass ich die Flasche besser umschütten konnte, wenn ich den Deckel ganz aufmachte ;-). Als ich fertig war, schob mich Monica plötzlich nach links in die erste Reihe und befahl mir: "Hier bleibst Du stehen und rührst Dich nicht von der Stelle!" Erste Reihe! Wow! Wenn ich das zuhause erzählen würde! Direkt
zwischen Magnes Keyboard und Mortens Mikrophon. Nicht schlecht! Die Stimmung
stieg an. Es war wirklich grossartig, vorallem weil man spürte, dass es a-ha
Spass machte, auf der Bühne zu stehen. Davon hatte Monica, die schon
an mehreren Konzerten war, immer geschwärmt, und sie hatte Recht!
Unser Willkommensgruss "Hjertelig velkommen i sveits!" wurde
leider vom Gejubel der Fans verschluckt :-) Die ersten beiden Höhepunkte waren "The Living Daylights" und "The Sun Always Shines on TV", wo wir kräftig mitsangen. Besonders gut gefiel mir auch "I wish I cared", wo Morten mit Anneli im Duett sang. Anneli hatte ich schon vorher auf Video gesehen. Sie ist wirklich eine hübsche sympathische junge Frau mit einer wunderschönen Stimme! Das gute alte "Take On Me" war das Finale, und es gab wohl kaum jemanden, der den Text nicht in- und auswendig kannte. So schnell wie es gekommen war, war das Spektakel vorbei, und ich irrte belämmert durch die Hitze auf der Suche nach Brigitte und Monica und Ilaria, die spurlos verschwunden waren. In meiner Hand hielt ich Monicas Hut. Brigitte fand ich schliesslich, aber die anderen beiden waren wirklich im Getümmel verschwunden. Ich blieb noch eine Weile und liess das Erlebnis verklingen, a-ha nach all den Jahren doch noch einmal wiedergesehen zu haben. Warum hatten sie mir damals so viel bedeutet? Ich bin eben mit ihnen aufgewachsen, und es sind gute alte Freunde geblieben...
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