KonzerteLangesund, by IlariaIch kann mich nicht wirklich an sehr viele Details von diesem Konzert
erinnern. Ich hatte eine sehr grosse Vielfalt an Eindrücken zu verarbeiten
zu dieser Zeit. Ich war erst eben aus Vancouver zurück gekehrt. Genau
war es Montag Nachmittag, als ich aus meinem viermonatigen Sprachaufenthalt
in Californien und British Columbia zurück gekommen war und schon
am darauf folgenden Samstag war das a-ha Konzert in Wohlen. Während
ich also noch unter der Zeitverschiebung litt und der Aufregung eines
a-ha Konzertes in der Schweiz, packte ich die Koffer von vier Monaten
Auslandaufenthalt aus und packte dafür den Rucksack für die
Interrailferien in Norwegen. Mit Monica machten wir uns am folgenden Donnerstag auf die lange, aber
bis auf die Bussfahrt von Malmö nach Oslo, die platzbedingt nicht
so komfortabel war, abenteuerliche und spassige Zugfahrt. In Oslo angekommen,
durften wir einen erlebnisreichen Sightseeingtag bei wunderschönem
Wetter geniessen. Als wäre alles nicht schon aufregend genug, haben
Monica und ich uns noch in die hohen Lüfte, zu einem besonderen Sightseeing
von Oslo, schiessen lassen...wow!! Nach dem vorzüglichen Nachtessen, um den Tag gebührend abzuschliessen,
(mmh, werde diesen köstlichen Fisch im Mamma Rosa wohl nie vergessen)
machten wir uns mit Uta und Simo auf dem Weg zu unserem Zeltplatz. Wir
fuhren zuerst ohne ihn zu bemerken daran vorbei, um uns vor einer atemberaubenden
Sicht eines Fjords bei Nacht und heftigem Wind vorzufinden. Da es schon
spät war, wollten wir nicht ganz auf den Zeltplatz und beim Aubau
des Zeltes die anderen Gäste aufwecken. So beschlossen wir ausserhalb
des Einganges in unserem kleinen Nissan Micra Mietauto zu schlafen, was
sich zu viert natürlich schon sehr bald als unmöglich erwies.
Monica und ich mummten uns also in unsere Schlafsäcke ein und schliefen
neben dem Auto unter freiem Himmel. Am nächsten morgen konnten wir
dann unsere Zelte aufstellen und uns an das Erkundschaften unseres wunderschönen
Zeltplatzes machen. Die Lage war einfach traumhaft! Direkt am Strand,
aber schön zwischen Bäumen geschützt. Das Wetter liess an diesem Tag etwas zu wünschen übrig. Es war den ganzen Tag bewölkt und es regnete oft, wenn auch nur leicht. Wir haben noch einige Einkäufe getätigt und haben uns dann Richtung Langesund aufgemacht. Es standen schon einige Fans da, als wir eintrafen. A-ha war gerade am Soundcheck. Echt toll so ein Konzert im Freien, wenn man schon früh genug anreist. A-ha hätte es bestimmt als grosse und geheime Überraschung für das Konzert an sich bringen wollen... aber schon bei den ersten Tönen von Scoundrel Days flippten alle Anwesenden aus. Ja!! Eine Änderung in der Setlist! Welch eine freudige Überraschung! Die Stimmung stieg! Das warten hab' ich nicht als so lange in Erinnerung. Meine Erinnerung könnte mich jedoch auch täuschen, aber ich weiss noch ganz genau, dass der Weg nach ganz vorne diesmal sehr schwer zu bewältigen war. Die Distanz zwischen der Abschrankung und der Bühne war riesig und hat unsere Kondition ganz schön auf die Probe gestellt. Wir haben es natürlich trotzdem in die vorderen Reihen geschafft. Die Stimmung im Publikum war leider nicht sehr gut und es wurde schlimmer und schlimmer. Hauptgrund war der Alkohol. Es waren sehr viele, noch bevor King of Convenience auf die Bühne traten, angetrunken und störten mit Provokationen die Zuschauer und - unglaublich aber wahr - auch die Künstler auf der Bühne. Hut ab an dieser Stelle für den Sänger von King of Convenience, der trotz des doch etwas unpassenden Kommentars eines angetrunkenen Zuschauers die Situation in einen amusanten Wortwechselspiel mit dem Publikum verwandeln konnte. Ich denke, spätestens ab da hatten sie die Sympatie des Publikums für sich gewonnen. Wobei ich sagen muss, ihre Musik ist sehr schön, wenn auch fast zu delikat für ein so grosses Konzert. Sie waren aber auf der Bühne so niedlich, dass man sie einfach gleich lieben musste. A-ha hatte den langersehnten Start dann mit Scoundrel Days, das, wenn
auch nicht mehr ganz eine Überraschung, doch noch seine Wirkung hatte,
weil als Anfangslied gebracht und ganz einfach auch, weil es ein unheimlich
powervolles und packendes Lied ist! Genialer Start in ein Konzert, dass
dann leider nicht zu den Besten zu zählen ist. Anscheinend durch
technische Probleme bedingt, war die Qualität von Musik und Gesang
nicht die gewohnte. Trotzdem fand ich es im Grossen und Ganzen ein gutes
Konzert. Unangenehm waren die betrunkenen Leute im Publikum, von denen
man zeitweise dachte sie haben sich in der Location verfehlt, denn sie
dachten wohl eher an einen Fussballmatch zu sein. Das Konzert war zum Glück von dort wo wir standen noch einigermassen in Ruhe zu geniessen. Und der Fakt, dass ich bei Take On Me, trotz leichtem Regen und eher kühlem Wetter, nur noch im Trägershirt da stand, sollte doch von der guten und ausgelassenen Stimmung, die trotz allem zustande gekommen war, zeugen. Besonders amusant für uns ganz treuen Fans, die so viele Konzerte mitgemacht haben, war die Hilfe für Morten, die wir organisiert hatten. Da er doch besondes bei The Sun Never Shone That Day grosse Mühe mit dem Text hatte, haben wir auf vielen A4 Blätter verteilt den ganzen Text grossbuchstabig ausgedruckt. Die Blätter wurden der Reihe nach auf die erste Reihe verteilt und Morten im entscheidenden Augenblick hingehalten. Wir hatten auch, gestehe, nicht sehr fair von uns Fans, eine kleine Falle eingebaut. Da war nämlich ein Blatt mit dem Text: "the fucking text is gone.." oder zumindest so ähnlich, passend zum Rhythmus eingeschmuggelt. Aber Morten fiel nicht drauf rein... schlimmer noch... er war so damit beschäftigt den Text auf seinem Monitor abzulesen, dass er unsere Blätter erst gegen Schluss des Liedes bemerkte. Viel später als Magne, der es, glaub ich, doch ziemlich amüsant fand. Nach dem Konzert kamen a-ha kurz runter an die Abschrankung, verteilten Autogramme und unterhielten sich kurz mit Fans und Journalisten. Besonders Morten war die Enttäuschung für das technisch nicht perfekte Konzert anzusehen. Ich hoffe, sie haben nicht allzu viel von der doch etwas unangenehmen Stimmung im Publikum mit bekommen. Nach dem Konzert waren von Ingerid, eine in Norwegen lebende Fan, die Räumlichkeiten für ein Fantreffen organisiert worden. Die Möglichkeit war geboten gemütlich beisammen zu sein. Videos von Livekonzerten liefen auf Grossleinwand. Einfach ein schöner gemütlicher Abend! Der Fakt, dass a-ha genau in diesem Hotel übernachtete bescherte, denke ich doch, einigen Fans bestimmt unvergessliche Momente. Mein Moment war der, als ich draussen an der Autoscheibe einer Kollegin lehnte und mich mit ihr unterhielt, als Mortens Auto hinter ihrem anhielt und zuerst Anne Mette und kurz darauf Morten an mir vorbei gingen und es war sonst niemand in unmittelbarer Nähe. Ich hätte wohl die Chance anders nutzen sollen und vielleicht gleich zu Morten rennen und ihn um ein Autogramm oder sogar ein Foto oder was auch immer bitten sollen. Ich nutzte sie nicht. Ich wartete, dass Morten schon an mir vorüber gegangen war und dann sagte ich schüchtern: "Hei...it was a nice concert, thank you! Morten drehte sich um, lächelte und meinte: "Thank you for coming!" Kurz, aber ein Moment, den ich gerne in Erinnerung behalten werde. Später war auch Magne ziemlich lange in der Hoteldisco. Es war aber einfach eine so natürliche Situation - ein Ansprechen aus Fanseite wäre völlig unangebracht gewesen. Wir genossen die Nacht und machten uns zu später oder wohl schon eher zu früher Stunde wieder auf dem Weg zum Zeltplatz, von wo dann auch, nach einer guten Nacht erholsamen Schlafs und einem gemütlichen Morgen am Strand bei herrlichem Wetter, unser Reiseabenteuer durch Norwegen starten sollte. Und es wurden herrliche Zeltferien!! Abenteuerlich und eindrücklich - einfach unvergessliche Ferien in einem Land von so überwältigender Schönheit und voller freundlicher und gastfreundlichen Leuten.
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