Konzerte

Arena of sounds - Stuttgart, by Monica

Als die Nachricht zum ersten mal in meiner Mailbox landete, dachte ich, ich seh nicht recht: a-ha spielen beim Arena of sounds - Eintritt frei! Wer hätte das gedacht, dass sowas einmal möglich ist. Auch wenn ich annehme, dass a-ha trotzdem Gage erhielt seh ich es als eine Art dankeschön an die Fans! Dummerweise nur hatten Ilaria und ich zu der Zeit schon 2 Wochen Norwegen Urlaub geplant. Was also tun? Nach aussen sagte ich noch ein paar Tage vor dem Stuttgart Gig, ich bin mir nicht sicher was tun. Zumal ich nach Wohlen und Langesund innert kürzester Zeit 2 Konzerte sah. Anderseits war da auch immer der Gedanke dass es a-ha nicht ewigs geben wird. Zu der Zeit merkte man a-ha langsam den Tourstress an, ihre Euphorie die in Hamburg 2000 begann hat langsam nachgelassen. In meinem Herzen wusste ich eigentlich schon lange, ich werde an dem Konzert sein. Zu gross war die Angst, nicht dabei zu sein, und dann zu erfahren, dass es der letzte live Auftritt war. Zu gross ist das Gefühl die drei live zu erleben. Nun, wir waren mit Interrail auf reisen, somit würde mich die Anfahrt nichts kosten. Der Eintritt ist auch frei, und wenn ich Nachtzüge nimm, dann spar ich sogar das Geld für die Unterkunft.

Eines Tages eröffnete ich also Ilaria, dass ich unseren Norwegen Urlaub unterbrechen werde, um a-ha in Stuttgart zu sehen. Und einmal mehr sollte die Reise ein Abenteuer für sich werden. Als ich in Voss meinen Nachtzug reservieren wollte, hiess es, die Strecke Oslo- Stuttgart sei total ausgebucht, ich könne frühstens am Sonntag fahren. Pustekuchen. Da hatte die liebe Dame aber nicht mit einem a-ha Fan gerechnet, der schon so einige unvorhergesehene Dinge meisterte um a-ha live on stage zu sehen. Ich liess mich nicht abwimmeln und suchte mit ihr zusammen solange im System, bis wir eine Strecke fanden, mit der ich rechtzeitig in Stuttgart war. Statt den normalen 21h sollte die Reise 30h Dauern. Naja, Hauptsache ich war um zehn Uhr in Stuttgart. Ganz sicher genug früh, um genug weit vorne zu sein.

Bis zur Fähre verlief alles Problemlos. Aber zu früh gefreut. Die Fähre die wir hätten nehmen sollen hatte gebrannt, und wir mussten 4h auf Ersatz warten. Bis die Fähre dann kam schlief ich schon lange und wachte erst in Berlin wieder auf. Mein reservierter Sitzplatz war natürlich 4h vorher abgefahren. Also quetschte ich mich in einen völlig überfüllten ICE. Nicht mehr lange, und ich bin in Stuttgart. Immer wieder telephonierte ich mit Fans die schon in Stuttgart waren, oder bald dort eintreffen wollten. In Mannheim war ich in Gedanken schon vor der Bühne. Als uns über die Lautsprecher folgendes mitgeteilt wurde: "Liebe Fahrgäste, auf Grund eines Unwetters und darausfolgenden Bäumen auf der Fahrspur sind wir gezwungen den Zug umzuleiten" . Als ich dann von Schaffner erfuhr, dass dies bedeutete noch 1h später in Stuttgart zu sein, konnte ich nur noch lachen. Was macht heute schon eine Stunde mehr oder weniger aus.

Um 18 Uhr war ich dann endlich nach insgesamt 36h Fahrt und wenig Schlaf angekommen! Nun so schnell wie möglich ans Festival, damit ich möglichst weit nach vorne komme. Doch vor der Bühne folgte schon der nächste Schock. Es gab eine Abschrankung, in die sie nur eine bestimmte Anzahl Fans liessen, und diese Zahl war seid Stunden erreicht. Der liebe Security Man erklärte mir erst, dass es keine Chance gab da rein zu kommen, wenn man keine Karte hat. Die Karte erhielt man, wenn man den abgegrenzten Bereich verliess, damit man wieder rein kommt. Also versuchte ich erst mal, solch eine Karte zu ergattern, vielleicht geht ja jemand raus, der nicht mehr rein will.

Leider hatten eine Menge andere die selbe Idee. Da stand ich nun, weit weg von der Bühne, und befürchtete dass ich die ganze Reise auf mich genommen hatte, um dann a-ha kaum zu sehen, so weit weg stand ich. Ich wollte nur noch ein letztes Mal mit dem Security Typen verhandeln. Meine ganze Geschichte zeigte leider keinen Einfluss auf ihn, er konnte/wollte mich nicht rein lassen. Da brach die ganze Enttäuschung, die Müdigkeit und die Strapazen der 36h dauernden Reise aus mir raus. Ich fing noch vor dem Security Mann an zu weinen. Dieser schaute mich erst erschrocken an, und winkte mich dann ganz schnell durch. :-) Männer konnten den Tränen einer Frau noch nie widerstehen ;-) Nun suchte ich langsam den Weg nach vorne. Ich hatte ja noch ein Weilchen Zeit.

In der Menge war es wie an jedem Festival. Je weiter nach vorne man kam, desto mehr bekannt Gesichter sah ich. Ja, ja, die a-ha Fans waren auf dem Weg nach vorne ;-) Die Bühne hatte einen Laufsteg der weit ins Publikum ging. Manche Fans wollten dort stehen bleiben. Aber ich hätte auf alles geschworen was mir lieb ist, dass sich Morten keinen Meter nach vorne bewegt. Es war wie immer, unter den Fans wurde gepusht, man war genervt, redete nicht gerade in der nettesten Tonart miteinander, aber sobald a-ha auf der Bühne stand hatten alle genug Platz, und es herrscht eine nette und freundliche Stimmung.

Dann war es endlich so weit! Die Band "die grösser als die Beatles werden wollte" wurde angesagt! Ich hatte einen wunderbaren Platz in der 2. Reihe, umgeben von lauter Freunden, welche ich zufällig im Publikum getroffen habe. Und obwohl ich a-ha diesen Sommer schon oft live gesehen hatte, war der erste Moment als sie vor mir standen noch immer unbeschreiblich. Beim ersten Ton sind all die alltäglichen Probleme wie weggeblasen. Ich stehe im Publikum, a-ha auf der Bühne, und ich weiss, dass manchmal Träume in Erfüllung gehen, wenn man nur festgenug daran glaubt. Ich glaubte 7 Jahre daran, dass a-ha wieder auf die Bühne zurück kommt, und mein Traum, unser aller Traum erfüllte sich.

Das Konzert sollte so einige Überraschungen beinhalten. Eine davon war: Morten benutzte doch tatsächlich den Laufsteg. Und ich muss zugeben, der Mann kann sich echt gut bewegen wenn er will! Und OK, ich gebe es zu, einen knackigen Hintern hat er auch ;-) Es war lustig zu beobachten wie oft die Kameras aufblitzten wenn Morten mit dem Rücken zu uns stand ;-) Obwohl Stuttgart qualitativ noch nicht an die Deutschland Tour heran kam, so war die Show doch um einiges besser als Langesund. Und es geschah das Unmögliche: Morten konnte den gesamten Text von "The sun never shone that day" ohne Fehler! Wow, Morten, dafür gab es einen extra grossen Applaus!

Sicher ein absoluter Höhepunkt war "Scoundrel Days"! Wie lange hatten wir darauf gewartet, dass a-ha diesen Song live spielt. Und nicht nur wir haben Freude daran. Wenn man Magne bei "Scoundrel Days" beobachtet, dann spürt man förmlich die Power die er verströmt. Es ist fantastisch, zu sehen, mit welchem Spass Magne über die Bühne "rockt", zu sehen, wieviel Freude es ihm macht, einen rockigeren Song zu spielen. Also, wenn man mich fragt, ich hoffe Magne spielt noch öfters live E-Gitarre!

Die beiden klassischen Höhepunkte "The living daylight" und "Hunting High and low" durften natürlich nicht fehlen! Leider gab es im Publikum einige Nörgeler, die sich aufregten, dass wir noch immer "The living daylights" sangen, als a-ha schon einen neuen Song anstimmt. Doch als ich sah wie sich Morten und Magne anstrahlten, als ich hörte wie Paul den neuen Song unterbrach um nochmals mit dem Refrain von "The living daylights" zu beginnen, wusste ich, dass es a-ha genau soviel Spass macht, wie uns!

Nach der Pause dann die Überraschung. Statt Magne stand da ein Clown mit einem absolut dämlichen Hut. :-) Ne, natürlich war es Magne, aber, sorry, Magne dieser Hut war... Naja, Geschmäcker sind bekanntlich unterschiedlich! Vielleicht war es auch die Rache, dass er uns seid unzähligen Konzerten mit diesen genauso dämlichen Cowboy Hüten sehen musst ;-) Wie immer endete auch dieses wunderschöne Konzert mit einem grandiosen "Take on me", und ich hatte das Gefühl, dass Magne und Paul sich gegenseitig hoch pushten und noch mehr rockten als sonst! Wenn es auch nicht ihr bestes Konzert war, so war es doch ein sehr gutes, und einmal mehr besonderes Konzert. Und ich wusste, die lange Hinfahrt hatte sich gelohnt. Zurück nach Oslo dauerte es ja nur noch 21h ;-)

Abschliessend möchte ich einmal Paul ganz besonders loben. Er kommt bei meinen Konzert Berichten leider immer etwas zu kurz. Was aber vorallem an der Tatsache liegt, dass ich ganz links bei Magne stehe, und Paul die meiste Zeit des Konzertes sehr weit ausserhalb meines Blickfeldes steht. Trotzdem weiss ich, dass besonders Paul eine grandiose Show liefert. Ich glaube ich habe noch nie einen falschen Ton von Paul gehört. Er spielt alle Songs so perfekt und mit solch einer stillen Hingabe, dass man nicht anders kann als diesen Mann zu bewundern. Daher, Paul, an dieser Stelle ein extra grosses, und herzliches Dankeschön nur an Dich! DU bist es, der a-ha immer wieder den seriösen Touch gibt, der es schafft auch mit blutenden Fingern oder schmerzendem Rücken noch eine fehlerfreie, professionelle Show zu liefern! Hut ab, und DANKE!