Konzerte

Trondheim, 04. 11. 2003, by Monica

Zur Einleitung: Ich schrieb für mich selber ein Tagebuch der ganzen Reise. Um den Rahmen nicht zu sprengen drucke ich hier nur den Teil rund um den 4.11.03 ab und auch diesen gekürzt. Etwaige holprige Übergänge mögen mir daher verziehen werden. Trotz allen Bemühungen wurde es ein langer Bericht. Ich entschuldige mich dafür, wollte aber nicht noch mehr streichen. Ich wünsche allen viel Vergnügen beim lesen und hoffe, euch damit ein bisschen von Trondheim in die Schweiz zu bringen!

Vor dem Konzert

Am Morgen des 4.Novembers gab es ein von Caro und Ruth organisiertes super leckeres Frühstück. Leider musste Simo schon bald los und es hiess Abschiednehmen. Nach dem Frühstück machte auch ich mich auf den Weg zur Jugendherberge und mein Zimmer zu beziehen. Später wollte ich mich dann mit Ruth und Caro in der City treffen. An der Tankstelle kaufte ich noch schnell alle Zeitungen um alle a-ha Berichte und Photos zu bewundern. In der Jugendherberge wurde ich statt mit einem Hallo mit den Worten: „you were in the newspaper today, you are famous“ und einem freundlichen Grinsen begrüsst. Ich musste selbst schmunzeln. Nach einer kurzen Dusche nahm ich mir die Zeitungen vor. Die grösste Enttäuschung war, dass auf allen Bildern nur Morten abgebildet war. Ein Zustand der mich immer wieder wütend macht. Die Presse scheint manchmal zu vergessen, dass da auch noch Magne und Paul auf der Bühne sind. Als ich die Beträge über die Presseberichte las musste ich schmunzeln. Morten war am Tag zuvor alleine auf der Pressekonferenz. Magne schlief noch und Paul liess sich mit einem akuten Anfall von Presseangst entschuldigen. Ich verstand nicht viel von dem was an der Pressekonferenz gesagt wurde. Wie sich später heraus stellte, würde ich es auch nicht verstehen, wenn ich die deutsche Übersetzung habe. Manchmal redet Morten einfach in zu grossen Rätseln für mich. Diesmal ging es ihm vor allem um das nichts. Darum, dass wir nicht wirklich existieren. Der Mann hat wohl ein wenig zu viel Matrix geschaut. Was ich aber verstand, war dass er von einer a-ha Pause auf unbestimmte Zeit sprach, dass er sich seinem Soloalbum widmen wird, für dieses noch einen Sponsor suche, und ansonsten kein Interesse daran hat zu wissen wie und ob es mit a-ha weiter geht. Komischerweise war dies keineswegs ein Schock für mich. Erstens hatte ich mit einer erneuten Pause für Soloprojekte schon vor 2 Jahren gerechnet und zweitens kannte ich Mortens Interviews mittlerweile gut genug, um durch solche Aussagen von ihm mich nicht beunruhigen zu lassen. Mal abwarten, was Magne und Paul zu sagen haben. Ausserdem, spätestens wenn ich den Bericht über uns Fans las, wusste ich, dass von den a-ha Berichten nur die Hälfte zu glauben ist. Nicht nur, dass die Presse alles durcheinander brachte (Andrea war plötzlich aus Italien, Michelle aus der Schweiz, ausserdem war Andrea (die noch nie was von Briskeby hörte) vorher an Briskeby Konzerten), nein, es wurden auch Sachen dazu erfunden. Bei der Befragung wollte der Reporter von uns eindeutig hören, dass wir nicht nur wegen der Musik hier sind, sondern auch weil Morten so gut aussieht. Und obwohl dies niemand von uns gesagt hatte stand es am nächsten Tag als Zitat von Rachel in der Zeitung.

Konzert

Nun hiess es aber los jetzt. Ich hatte mit einigen Fans um 16 Uhr vor dem Zelt abgemacht, und wollte einerseits noch Caro und Ruth treffen, andererseits aber auch nochmals vors Hotel in der Hoffnung Magne zu sehen. Als ich in der Nähe des Hotels war getraute ich mich nicht so ganz alleine davor stehen zu bleiben. Direkt gegenüber war eine Shopping Mall und ich beschloss, mich da mal um zu sehen. Als ich wieder zurück Richtung Hotel wollte kam Morten mit Bodyguard gerade aus dem Hotel. Was tun? Ich fand es erst eine gute Idee, einen anderen Ausgang der Mall zu nutzen und Morten dann „per Zufall“ entgegen zu laufen. Doch als ich in dem Ausgang stand kam ich mir plötzlich doof vor und beschloss einfach Richtung Stadt zu laufen. Hinter mir hörte ich die Beiden reden und hörte wie die Schritte immer näher kamen. An der Rotampel blieb ich stehen, und Morten direkt neben mir. Sicher kennte jeder das Gefühl im Lift, wenn man die Lifttüre anstarrt und seine Mitfahrer anschweigt. In etwa dieses Gefühl hatte ich. Einerseits dachte ich mir, sei doch nicht so doof, sprich ihn einfach an. Schliesslich ist er auch nur ein Mann. Doch genau dieses „auch nur ein Mann“ hielt mich davon ab ihn anzusprechen. Denn schliesslich würde ich einen x-beliebigen Mister auch nicht einfach ohne Grund an einer Ampel ansprechen. Was sollte ich auch sagen? Hallo, du kennst mich zwar nicht, ich dich aber schon!?! Ich dachte immer, ich würde mich freuen wenn ich einen der drei mal einfach so auf der Strasse begegne. Aber dem war nicht so, im Gegenteil. Ich fühlte mich total unwohl. Also stürzte ich in den nächsten Buchladen an der Ecke, und atmete tief ein, als Morten vorbei lief. Froh, das er weg ist, froh, dass ich mich nicht blamiert habe. Aber was war das? Morten blieb interessiert vor dem Schaufenster stehen und betrat danach den Laden durch die 2. Türe. Erschreckt nahm ich das nächst beste Buch, ein Sushi Buch auf Norwegisch. In diesem las ich konzentriert, bis Morten den Laden wieder verliess.

Danach rief ich Caro und Ruth an. Ich hatte die Nase voll von „a-ha alleine begegnen“ und wollte lieber in Begleitung sein. Wir trafen uns, und gingen noch ein bisschen shoppen. In einem Laden sprach uns eine Frau an, und war ganz erfreut, weil sie uns in der Zeitung gesehen hat. Wir schauten uns erstaunt an, und als die Frau weg war begannen wir herzhaft zu lachen. So ist es also berühmt zu sein. Wenn auch nur für wenige Stunden und ganz lokal. Nach einem wirklich leckeren Essen beim Chinesen war es Zeit sich zu verabschieden. Ruth, Caro, ich habe die Zeit mit euch und bei euch sehr genossen. Danke für alles, und ich hoffe wir sehen uns bald wieder irgendwo auf diesem Planeten. Bis dahin gibt es ja zum Glück Internet und Handy.

Vor dem Zelt traf ich wie erwartet auf Kerstin, Ninam, Louise, Evi mit Freundin und die englischen Fans. Ich hatte wieder ein Plakat dabei, diesmal allerdings noch ein leeres. Caro hatte mir schon den Spruch „Danke für gestern“ auf Norwegisch übersetzt und den anderen gefiel die Idee ebenfalls. Unterschrieben haben wir mit „the world wide fans“. Obwohl ich wirklich meinen Spass mit den Mädels hatte, war das anstehen dieses Mal sehr mühsam. Es war kälter als am Tag zuvor, und dazu nieselte es ab und zu leicht. Die Studenten, die als Staff angestellt waren, waren super lieb und brachten uns irgendwann Kaffee. Obwohl ich normalerweise keinen drinke nahm ich ihn dankbar an. Hauptsache er gab warm. Als sich die Security später besammelte waren wir uns sicher, dass es nun bald losgeht. Schliesslich war es kurz vor 19 Uhr, die Security bezog Stellung und wir freuten uns auf das warme Zelt. Was dann geschah war unfassbar! Um 5 nach 7 kam ein Pizza Taxi an, die Security verliessen ihre Plätze, und alle zusammen stärkten und wärmten sich an Pizza. Und dies nachdem eigentlich schon Türöffnung sein sollte, und wir alle fast eingefroren waren. Um halb 8 war es dann endlich soweit. Wir konnten rein. Was dann geschah brachte mich so zum lachen, dass ich fast nicht mehr rennen konnte. Wer schon an Konzerten um die erste Reihe gekämpft hat weiss, dass die Security normalerweise unterwegs versucht uns mit Gesten und „do not run“ zu bremsen. Nicht so an diesem Abend. Als wir durch die Kontrolle durch waren, rannte einer der Security voraus und rief andauernd „come, on girls, run, run ,run! Come, this way - follow me!“ Wir rannten also alle hinter ihm her, unterwegs bejubelt von der restlichen Security, als ginge es um einen Leichtathletik Sprint. Es war köstlich! Ich schaffte es erneut in die erste Reihe, direkt vor Paul.

Das zweite Konzert war in meinen Augen längst nicht so gut wie das erste. Klar, Morten wusste öfters die Lyrik, und mangels genug enthusiastischen Fans verstand man ihn auch immer. Auch rockte Paul noch immer. Aber es kam mir irgendwie weniger vor. Es kann sein, dass er tatsächlich weniger aus sich raus ging, es kann aber auch sein, dass es mir nur so vorkam, weil der Überraschungsmoment fehlte. Bei Magne allerdings bin ich mir sicher, dass er wieder öfters hinter dem Keyboard verschwand. Ein erneuter Höhepunkt war sicher wieder Lifelines. Diese neue Version hörte sich einfach perfekt an. Und Christers Handorgel passt einfach perfekt dazu. Erinnert ein bisschen an die Zeiten mit Saxophon und Harmonica-Mags. Hach, wie sehr vermisse ich das! Aber zurück zur Gegenwart. Pauls und Magnes Solo haben sich ja seid der Lifelines Tour als fester Bestandteil des Programms etabliert, und fehlten natürlich auch heute nicht. Bei Pauls Anblick während Sycamore Leaves wird die Sehnsucht endlich einmal ein Savoy Konzert zu erleben wieder stärker. Während Magne anschliessend Dragonfly sang, begann die erste Reihe mit Flügelschlägen. Obwohl ich schwören könnte, Magne schaut nie ins Publikum, musste er mitten im Lied herzhaft lachen. Im Gegensatz zu früheren Konzerten, wo er ab und zu aus dem Konzept fiel, fasste er sich aber heute schnell wieder und beendete den Song mit einem verschmitzten Grinsen und einem Flügelschlag. Nach den zwei Zugaben (Summer moved on und The sun always shines on TV) verliessen a-ha erneut die Bühne. Das Konzert konnte unmöglich schon zu Ende sein. Es hatte doch gerade erst begonnen! Und ich würde die Jungs so lange nicht mehr sehen. Anscheinend dachten 5000 Fans wie ich, denn es begannen erneut alle mit The Living Daylights. Und wird wurden belohnt! Die drei kamen zurück auf die Bühne und spielten Locust. Ich versuchte diesen letzten Song so intensiv wie möglich zu geniessen. Ich schaute mir Magne, Paul und Morten nochmals intensiv an, wollte mir alles möglichst genau einprägen! Wer weiss, wann ich a-ha das nächste Mal live sehen werde. Irgendwie muss ich so intensiv dabei gewesen sein, die drei zu beobachten, dass ich nicht mehr auf die Musik hörte. Plötzlich hatte Morten einen absolut merkwürdigen Gesichtsausdruck, so als würde er sagen wollen „Hallo, was soll jetzt das?“ und erst jetzt bemerkte ich, dass die ganze Musik weg war. Da die Lichter noch an waren, konnten wir einen Stromausfall ausschliessen. Was aber war passiert. Wir wussten, dass die Konzerte um 9 begannen, weil um 11 Uhr Ruhe sein musste. Als die Musik nun plötzlich weg war, sah man in der ersten Reihe zahlreiche Blicke auf Uhr. Aber es war erst viertel vor 11. Was also war geschehen? A-ha und die Crew schienen genauso verwirrt zu sein. Während ich die Szene auf der Bühne verfolgte, überfiel mich plötzlich ein Lachanfall. Zu typisch war diese Szene. In den paar Minuten, als Ratlosigkeit herrschte zeigten sich die drei in ihren typischen Charakteren auf der Bühne. Magne versuchte ziemlich schnell die Situation zu retten. Erst versuchte er durch schreien mit uns zu kommunizieren. Eigentlich eine gute Idee, denn in dem kleinen Zelt hörte man ihn sehr gut. Allerdings hatte er nicht mit den euphorischen Fans gerechnet. Denn kaum hatte Magne ein Wort gesprochen fingen alle Fans begeistert an zu klatschen und johlen. Keine Chance mehr für Magne! Als nächstes organisierte er für sich und Paul eine klassische Gitarre und wollte Paul davon überzeugen, sich mit der Akustischen Gitarre hinzusetzen und unpluged zu spielen. Magne ist also eindeutig der Macher der Band. Paul hingegen schüttelte den Kopf und wollte die Bühne verlassen, wurde aber zum Glück von Magne und einem Crew Member zurück gehalten. Paul ist also der zurückhaltende der drei. Und was machte Morten während der ganzen Zeit? Genau das was mich so zum lachen brachte. Morten stand unverändert in der Mitte der Bühne und lächelte das Publikum an. Er tat nichts anderes, als dazustehen, gut auszusehen und zu lächeln. Seine Paraderolle!

Irgendwann war der Ton glücklicherweise zurück, Paul war nämlich schon arg auf dem Weg runter von der Bühne. Als der Ton wieder da war schnappte sich Magne wie geplant die Akustikgitarre und setzte sich zu unserem Erstaunen an den Bühnenrand. Wow, schade stand ich nicht da! Es muss ein super Gefühl sein, wenn Magne so nah vor einem sitzt und Gitarre spielt. Zuerst dachten wir, Morten setzt sich zu ihm, aber er entschloss sich dann doch dazu sich „nur“ neben Magne zu knien. Genauer gesagt ging Morten in die Hocke und stützte sich mit einer Hand ab. Paul wiederum blieb an seinem Angestammten Platz. Aber ich war ja schon froh, dass er überhaupt noch auf der Bühne war! Leider starteten sie nicht erneut Locust, sondern gaben Cry Wolf zum Besten. Ausnahmsweise gefiel mir sogar dieser Song. Danach war das Konzert leider endgültig zu Ende, und a-ha betraten trotz euphorischem The living daylights Gesang nicht mehr die Bühne. Das war’s dann also. Vorbei war das Konzert, die a-ha Pause hatte begonnen. Eines kann ich mit Sicherheit sagen. Auch wenn es nicht das Beste aller Besten Konzerte war, dieser Schluss wird uns allen in ewiger Erinnerung bleiben! Vor dem Konzert haben Kerstin, Evi und Freundin, Ninam mit Kollegin und ich an einem Baum abgemacht um mit dem Taxi möglichst schnell zum Hotel zu gelangen.

Vor dem Hotel

Vor dem Hotel waren wir für einmal die ersten. Kurze Zeit später kam auch Louise und die Engländerinnen, die alle quer durch Trondheim gelaufen sind. Respekt! Irgendwann erfuhren wir, dass a-ha noch eine Party im Restaurant Rio hatte, um das Ende der Tour und den Beginn der Pause zu feiern. Während die meisten Fans sich daraufhin ins Hotel oder nach Hause verzogen, blieben Kerstin, Ninam mit ihrer Bekannten und ich draussen. Es war zwar eisig kalt und alles andere als angenehm, aber ich blieb meinem Prinzip treu. Für mich endet der Job eines Stars an der Türe des Hotels. Ich bin zwar auch schon im selben Hotel wie a-ha einquartiert gewesen, doch im Hotel spreche ich prinzipiell keinen Star an. Nun denn, da standen wir also, vier halb eingefrorene Gestalten, die versuchten sich mit Gesprächen warm zu halten. Das Schöne an solchen Momenten ist, dass man immer wieder neue Menschen kennen lernt. In der Zeit des Wartens wird meist über alles Mögliche gesprochen und man hat die Chance den Anderen relativ gut kennen zu lernen. Irgendwann tauchte Paul vor uns auf. Die Begegnung war sehr speziell und dadurch auch besonders schön. Auf seinem Weg vom Auto um Hoteleingang grüsste uns Paul und wir grüssten freundlich zurück. Obwohl wir tausend Fragen an Paul hatten sprach ihn niemand an. Ich für meinen Teil getraute mich auch nicht. Wusste ich doch, wie ungern Paul diesen Starrummel hatte. Aber es schien als würde Paul zögern ins Hotel zu gehen und uns erwartungsvoll ansehen. Als er sich in der Schiebetüre nochmals umdrehte sprach Ninam oder Kerstin ihn an und dankte für das Konzert. Er antwortete mit einem bezaubernden Lächeln und blieb in der Schiebetüre stehen. Kerstin hat ihm gesagt, wie toll wir ihn so rockend auf der Bühne fanden, und ich doppelte mit den Worten „Yes, that’s the Paul we love“ nach. Er freute sich sichtlich über die Komplimente. Auf die Frage, was denn während Locust geschah, erhielten wir eine erstaunliche und äusserst witzige Antwort: Ein betrunkener Kerl ist während des Konzertes unter die Bühne gekrochen und hat den Hauptstecker für die Musikanlage gezogen. Und es dauerte natürlich eine Weile, bis die Crew auf so was kommt. Weiter fragten wir ihn nach der angedrohten a-ha Pause auf unbestimmt, und er sagte uns, es werden sicher so 2-3 Jahre Pause sein. Worauf wir antworteten, dass wir uns sehr auf Savoy freuen, und ob er denn mit Savoy auf Europa Tour gehen wird. Geplant sein noch nichts, aber Paul hoffte selber, dass es Savoy Konzerte in Europa geben wird! Während des ganzen Gespräches hielt ich die Kamera in der Hand und wollte so gerne ein Bild von Paul machen. Aber ich verglich Paul mit einem scheuen Reh, und war mir sicher, beim ersten Blitz wäre er weg, oder zu mindest die locker fröhliche Atmosphäre. Als er sich zum gehen wandte wagte ich trotzdem die Frage „Paul, could I take a photo from you?“ „Yes, sure“ gab er mir lächelnd zur antwort. Wow, war das hier wirklich Paul? Meine Kamera hat eine grosse Tücke, bei wenig Licht sieht man durch den Sucher nichts. Die Photos müssen sozusagen blind gemacht werden. Während ich versuchte die Kamera einigermassen zu positionieren begannen Kerstin und Ninam zu lachen. Was hatte Paul gemacht? Auf dem Photo sah ich dann, dass er nicht nur umwerfend freundlich lächelte, nein, er winkte mir auch in die Kamera. Wow, dieses Bild wird für mich in die Geschichte eingehen. Dies ist das schönste Bild, dass ich je von a-ha machen konnte und wird mich ewig an die lockere Atmosphäre erinnern, die Ninam, Kerstin und ich an diesem Abend mit Paul erleben durften. Nachdem Paul wieder weg war, hiess es für uns erneut warten. Irgendwann bemerkte ich, dass sich die Türe nicht mehr richtig schloss. Ich fragte die anderen, und wir waren uns alle sicher, die Türe hatte sich vor Paul noch geschlossen. Während des Gespräches mit uns stand Paul in dieser Schiebetüre, und diese ging stetig auf und zu. Bis Paul kurz die Geduld verlor und unauffällig aber heftig gegen die Türe trat, und den Fuss so liess, dass sie offen blieb. Anscheinend ist dies der Türe nicht sonderlich bekommen.

Kurz nach Paul kamen die beiden Lindvall Brüder. Wir grüssten auch sie, und konnten kurz mit Per sprechen. Ich fragte Ihn, was er denn nun tut, wo a-ha Pause macht. Schliesslich war a-ha jetzt jahrelang ein guter Auftragsgeber, und nun stehen sie plötzlich ohne Job da. Gemäss Per kam es für sie jedoch nicht überraschend, die Pause war schon ein Weilchen geplant. Er hat schon einen neuen Auftrag für eine Schwedische Sängerin, deren Namen mir leider entfallen ist. Per freut sich auch darauf, wieder einmal mit anderen Leuten zu arbeiten und andere Songs zu spielen, auch wenn er sich bei a-ha sehr wohl fühlte.

Während des weiteren Wartens kam Ninam auf die Idee, wir könnten unser oranges Schild vom Konzert dazu verwenden, Morten unsere Autogramme zu geben, statt immer welche zu verlangen. Irgendwie fanden wir die Idee witzig und unterschrieben alle. Als Morten dann kam stellten wir uns zu dritt in eine Reihe und Ninam übergab das Plakat feierlich. Morten hat irgendwie nicht kapiert was wir wollten, aber seine Antwort erfreute uns trotzdem sehr: „oh, I saw this sign during the concert“. Schön zu hören, dass unsere Plakate jeweils wirklich wahrgenommen werden. Wir wechselten noch ein paar eher unbedeutende Worte mit Morten und nutzen die Gunst der Stunde um jeweils ein Photo mit Morten zu machen. Endlich ist meine Sammlung komplett. Mein Bild mit Paul entstand 2000 in Essen, das mit Magne 2001 in Langesund und nun endlich eines mit Morten. Es war wie schon bei Paul ein besonderer Moment, Morten nur zu dritt zu begegnen.
Nachdem Morten im Hotel war, verabschiedete sich Ninams Bekannte. Ich fragte Ninam anschliessend, warum sie eigentlich nicht zu Paul und Morten ging, sondern im Hintergrund blieb. Die Antwort liess mich erst erstaunen und dann schmunzeln. Diese Bekannte war eine Frau aus Paris, die Ninam vorher nicht kannte. Diese Pariserin war alleine in Trondheim in den Ferien, und es war der letzte Abend ihrer Ferien. Sie fragt in der Jugendherberge nach, was denn abends so los sein, und erfuhr, dass es für das a-ha Konzert noch Ticket gab. Sie war zwar kein a-ha Fan, aber was soll’s, ein Konzert einer international bekannten Band als Abschluss der Ferien war kein schlechtes Ding. Also ging sie am Nachmittag zum Zelt um Tickets zu kaufen und war mehr als erstaunt da schon Fans anzutreffen. Sie kam irgendwie mit Ninam ins Gespräch, und da sie eh nichts mehr vorhatte, blieb sie gleich bis zum Konzert bei uns. Während des Anstehens haben wir uns alle wie schon erwähnt für den „Hotelbesuch“ verabredet. Diese Pariserin kam mit, aber nicht wie wir alle dachten, weil sie die drei auch noch persönlich kennen lernen wollte. Nein, sie war fasziniert von uns und fand es schön zu sehen, wie viel Begeisterung wir aufbringen konnten, und wie in so kurzer Zeit aus Fremden so gute Bekannte wurden. Sie fühlte sich einfach wohl bei uns, und hatte keinerlei Interesse daran mit Morten oder Paul zu sprechen.

Dann fuhr erneut der Bodyguard vor, der jeweils vor Paul und Morten ankam. Mittlerweile muss er kapiert haben, dass wir a-ha Fans waren, weswegen es mir auch nicht schwer fiel ihn anzusprechen. Ich erklärte ihm, dass es normalerweise doof wäre zu fragen, ob Magne in diesem Hotel schläft, aber dass ich auf sein Verständnis hoffte. Ich hatte einfach keine Lust stundenlang in der Kälte zu warten, um am Ende zu erfahren, dass Magne gar nicht im Hotel einquartiert sei. Er zwinkerte mir zu und meinte meine Geduld würde in Kürze belohnt werden. „Heisst das Magne kommt gleich?“ Er grinste, nickte und verschwand im Hotel. Kurz darauf fuhr der Bus vor. Ein Blick rein bestätigte es, Magne war dabei! Yeah! Doch die Freude herrschte nicht lange. Plötzlich stürmten alle Fans, die im Hotel waren, raus. Ich war schockiert. Was soll denn das? Bei Morten kam niemand! Es war schlimm, die Fans drängten sich auf dem Platz wie Hyänen vor dem Aas. Ich selber fühlte mich so was von unwohl, und wollte nicht dazu gehören. Ich zog mich zurück und setzte mich hinter alle Fans. Ich verstand die Welt nicht mehr. Hatten diese Fans wirklich das Gefühl, Magne würde sich freuen, wenn sie sich so aufführen? Scheinbar nicht, denn kurz darauf kam ein Crew Member, wurde im Bus mit einem grossen Hallo begrüsst, die Türe wurde geschlossen und der Bus fuhr wieder weg. Während vorne alle ratlos rum standen sass ich noch immer auf meinem Mauerchen in einer Mischung aus Wut und Enttäuschung. Kurze Zeit später kam der Bodyguard von vorher zu mir und meinte „I’m sorry, but they changed the plans“. Kein Wunder. Bei dem Auflauf würde sogar ich das Weite suchen. Nun war ich echt sauer! Wir frieren zu dritt seid Stunden vor dem Hotel, halten tapfer durch, und wenn Magne endlich kommt, pilgern alle aus dem Hotel raus, und vergraulen ihn regelrecht. Doch zum Glück verschwanden alle nach und nach – es war Ihnen zu kalt!! Übrig blieben noch Michelle, Ninam und ich. Kerstin ging, weil sie mehr an Morten als an Magne interessiert war, und wir diesen ja schon gesehen hatten. Das Schöne war, wir drei restlichen waren alles grosse Magne Fans, und hatten genug Gesprächsstoff für die restliche Nacht.

Während wir weiter auf Magne warteten, kamen Christer vorbei. Wir gratulierten auch ihm zum gelungenen Konzert. Er war erstaunt, dass mir das erste Konzert besser gefiel, weil da die bessere Stimmung herrschte. Er meinte, am 2. Tag sei die Stimmung bei ihnen genauso gut gewesen. Dies bestätigt wahrscheinlich meine Vermutung, dass mir das erste Konzert besser gefiel, weil der Überraschungsmoment so gross war. Ich gratulierte Christer noch zu seiner neuen Brille. Eigentlich war mein Kompliment ironisch gemeint, aber Ironie in einer Fremdsprache rüber zu bringen beherrsche ich noch nicht. So freute er sich über das Kompliment, was soll’s. Ausserdem informierte er uns, dass Magne noch mitten in einer Party war, und schon sehr betrunken. An den Rest des Gespräches mag ich mich nicht mehr erinnern. Das einzige was mir blieb, war das egal was Christer gesagt hat, wir drei immer im Chor mit Yeah! geantwortet hatten. Er fand das sehr witzig, und als er ins Hotel ging drehte er sich noch kurz um und rief „We all love a-ha“. Dies kam so überraschend, dass niemand von uns antwortete. Später mussten wir lachen. Jeden Satz von Christer bejahen wir, nur dass wir a-ha mögen, da stimmt im keiner zu.

Nun hiess es wieder warten. Mittlerweile war es 4 Uhr morgens und wir beschlossen bis 5 Uhr zu warten. Länger konnte ich nicht warten, weil ich noch in die Jugendherberge packen gehen musste, und danach meinen Flieger nicht verpassen wollte. Um viertel vor 5 kam der nette Bodyguard zurück, und wir waren uns schon sicher, dass Magne auch bald auftauchen würde. Allerdings sagte er uns, er hätte keine Ahnung, wann Magne kommt und ging ins Hotel. Drinnen sahen wir ihn dann in der Lobby rum tigern, immer mit dem Handy im Ohr und regelmässigen Blicken nach draussen. Wir wunderten uns erst, kamen dann aber zu folgendem Entschluss: Wenn Magne schon vor Stunden so betrunken war, und nun weiter gefeiert hat, dann ist er vielleicht in einem Zustand, in dem er einerseits keine Fans sehen will, anderseits Fans ihn auch nicht unbedingt sehen sollten. Da mittlerweile eh 5 Uhr war, beschlossen wir heim zu gehen. Wir verabschiedeten uns und jeder stieg ich sein Taxi.

Wie wir später erfahren sollten, war Magne um 5:15 im Hotel, was unsere vorher aufgestellte These bestätigte. Aber es war egal. Auch wenn ich Magne sehr gerne noch gesehen hätte, so waren diese 2 Tage mehr als perfekt für mich, und ich war rundum glücklich!