FantreffenFantreffen, Zürich - 01.Oktober 2002, by SusanneDie fieberhafte Aufregung liess meinen Körper schon seit Tagen vibrieren. Ich hatte gerade einen Porträt-Marathon hinter mir. Alle drei Gesichter von Morten, Magne und Paul mit Rötelstift zu Papier gebracht, was spannend aber auch reichlich anstrengend gewesen war. Und meine Füsse schmerzten noch immer von der Stadtwanderung. Dafür konnte halb Basel jetzt die Konzertbilder von a-ha bewundern, sofern sie nicht von Idioten wieder abgerissen worden waren. Ich war ziemlich mies gelaunt, irgendwas war an dem Tag völlig schief gelaufen. Überhaupt war generell der Wurm drin, und die Bilder die ich gemalt hatte, genügten meinen eigenen Ansprüchen auch nicht ganz. Und sowieso schlug mir die Aufregung wegen dem Konzert gehörig auf den Magen. Mit den ganzen Bildern bewaffnet trudelte ich in Zürich ein und fand - oh Wunder - auch gleich das Restaurant, wo wir uns zum Spaghetti-Plausch treffen wollten. Wir, das heisst unser Schweizer Fanclub und die italienischen Fans. Hoffentlich sind die nett! dachte die miese Laune in mir. Meine Güte, was war bloss mit mir los! Ich fühlte mich wie Morten, wenn er wieder einer seiner Tage hat an denen er höchst ungern unter die Leute geht. Monica und Ilaria kamen auf mich zugestürmt und erdrückten mich fast. Huch, ich konnte also doch noch nicht ganz zum Monster mutiert sein. Überall freundliche, warme Gesichter, Lachen und Hallo! Fühlte mich als würde ich in ein schönes warmes Schaumbad steigen. Nein, besser. Und schon bald schrumpfte meine miese Laune auf Staubkorngrösse. Sie zogen mich mit sich: Schnell, Susanne, wir müssen noch was vorbereiten! Ach ja, es gab ja eine herrliche Überraschung! Ilaria hatte es tatsächlich geschafft, von Good News Sondereintritt zu kriegen: Wir, der Schweizer a-ha-Fanclub, darf eine Viertelstunde früher rein, so dass wir uns in die erste Reihe stellen können! Und wir dürfen die Italiener mitnehmen! Hilfe, ich würde ja morgen direkt vor Morten stehen! Wahrscheinlich fühlte sich deswegen mein Magen wie ein Wabbelpudding an. Vor lauter Vorfreude kann ich nämlich manchmal ganz schön grantig werden. In Windeseile bereiteten wir die Kärtchen mit dem Sondereintritt vor. Jedes bekam eines auf seinen persönlichen Namen. Wir hatten wunderhübsche, glitzernde Aufkleber mit unsererm Fanclub-Logo. DIE würden Augen machen! Zudem sollte jeder noch ein Konzertposter kriegen. Aber erst durften wir uns mit vollster Hingabe und höchstem Genuss dem Spaghetti-Essen widmen. Es gab sogar Esslätzchen :-). Irgendjemand kam auf die glorreiche Idee, sein Esslätzchen mit "a-ha" zu besudeln. Wie sagt man? "Das Kind im Manne". Aber diesmal war es eher "das Kind in der Frau", denn die Frauen waren doch irgendwie ziemlich deutlich in der Überzahl. Aber wir hatten auch ein paar Jungs unter uns und auf die sind wir besonders stolz! :-) Fotos gingen durch die Reihen und natürlich wurde eine Menge geplaudert. Also wenn die Italiener eins können, dann ist es eine warme Atmosphäre zu schaffen. Ich hatte mich noch nie so schnell in einer Gruppe aufgenommen gefühlt wie hier. Vielleicht ist das der Grund, warum neben Norwegen auch Italien zu meinen Lieblingsländern gehört. Die Stimmung war jedenfalls bombastisch und die Spaghettis lecker! Wir Schweizer allein hätten das wohl nicht ganz so hingekriegt :-) Der Höhepunkt war die Verteilung der grossen Überraschung. Monica und Ilaria machten die Ansagen in Deutsch und Italienisch und ich knipste mir die Finger wund. Jedes Lächeln, jedes Strahlen musste auf Bildern festgehalten werden. Schon allein die Poster sorgten für eine Heidenaufregung. Hehe, die dachten natürlich, das sei alles! Reingefallen! Ich konnte sehen, wie es einigen wortwörtlich die Sprache verschlug, als sie das Kärtchen mit dem Sondereintritt in der Hand hielten. Jemand kam mit überschwänglichem Dank zu uns und meinte, wir hätten ihren Herzenswunsch erfüllt. Das sind die feierlichen Momente im Leben, die man am liebsten nie mehr loslassen würde. Don't let your lifelines go... oder stay on these roads… Oh, wie würde das erst alles morgen am Konzert werden! Nach dem Essen zogen wir singend durch die Stadt. Paola und Riccardo begleiteten uns mit der Gitarre und wir sangen sämtliche Songs von a-ha durch. Es fehlten nur noch Kerzen. Hätte Paola geahnt, dass sie morgen um die selbe Zeit ein Autogramm von a-ha auf ihrer Gitarre haben würde, hätten ihre Finger vielleicht ganz schön gezittert. Ich hätte ewig hier stehen und singen können. Das Leben hatte mich wieder, die Last des Alltags war irgendwo ganz ganz tief vergraben und mit einem Schloss verriegelt. Die nächsten 24 Stunden würde diese jedenfalls nicht angerührt werden. Aber leider wartete der Zug nach Basel nicht auf mich, und so musste auch dieser Abend zu Ende gehen. Leider. Wer je ein Mittel erfinden kann, mit dem man solche Momente für immer festhalten kann, soll sich dringend bei mir melden.... |