FantreffenFantreffen, Bern - 10. Januar 2005, by SusanneDie Generalversammlung oder die Lachparty Das fing ja schon gut an! Nachdem Monica, Markus und ich nach einem ausgiebigen Stadtbummel in Bern (wo wir in Platten-, Seifen- und Süssigkeitsläden gestöbert hatten) am Bahnhof unsere Koffer aus dem Schliessfach holen wollten, standen wir vor einem leeren Kästchen! Kaum waren wir bei Markus angekommen, klingelte es bereits an der Tür! Unglaublich, wir waren gerade noch auf den letzten Drücker mit unseren Einkäufen fertig geworden. Innerhalb kürzester Zeit waren alle eingetrudelt: Monika, Gilla und Andy, Christoph und Silvia. Superpünktlich! Und die leckeren Knabbersachen standen auch schon auf dem Tisch, richtig verlockend zum Reinbeissen. Während sich alle fleissig drauf stürzten, fuhrwerkten Monica, Markus und ich (Susanne) in der Küche rum. Das Ganze sollte ein Spaghetti-Festival mit drei Saucen werden: „Monicas Tomaten-Mascarpone-Traum“, „Fischkleister à la Markus“ (sprich Thonsauce) und „Primavera Susanna“ (ein buntes Gepansche aus Pilzen, Zwiebeln, Peperoni und Rohschinken). Da die selben beiden Schussel in der Küche standen, die ein paar Stunden vorher ein leeres Kästchen abgeschlossen hatten, landete so einiges auf dem Fussboden. Markus, die gute Seele, baute seinen Turbo-Gemüseschneider zusammen und pulverisierte gleich alles. So entgingen wir dem Schicksal, uns mit dem Messer in die Finger zu hacken. Da der Fussboden schon ganz schön bunt mit Gemüseteilchen übersät war, bot er an, die nächste Ladung doch auch gleich auf den Fussboden zu schmeißen. Die Lachnummer war garantiert. Obwohl die anderen im Wohnzimmer bestimmt keinen blassen Schimmer hatten, was es da in der Küche eigentlich dauernd zu gackern gab. Vielleicht dachte der eine oder andere, na hoffentlich gibt’s hier wirklich Spaghetti und kein Hühnerfutter... Und währenddessen ruhte eine kleine, unscheinbare Dose Schmand unschuldig im Kühlschrank... und niemand bemerkte sie. Dieses Ding, das unser Leben für immer verändern sollte… Die Saucen waren bereit (Andy hatte inzwischen seine Nase in die Küche gesteckt und sich gefragt, was das hier eigentlich sein sollte, sähe ja auch wie Fischkleister...). Jetzt war Attackeeeee auf die Chips angesagt... und auf Silvias a-ha-Buch, das zum sagenhaften 20-jährigen Jubiläum erschienen ist. Ausserdem Magnes Kunstbücher, unter anderem mit einem... ääääh... Selbstporträt aus der Sicht von oben. Der Hunger setzte sich trotz reichlicher Snack-Vorspeise dennoch durch, und die Qual der Wahl war nun: Mit welcher Sauce fange ich an??? Gilla entschied sich für alle drei und kam mit einem kunterbunten Teller aus der Küche. Der Esstisch mutierte zum Schlachtfeld, und Andy, der während und nach dem Essen irgendwie ein bisschen ruhelos in der Küche umhergeisterte, war sehr von diversen Gegenständen angetan, wie zum Beispiel dem Abflussrohr, das man, wie es sich rausstellte, wunderbar als Trompete gebrauchen konnte. Vier Kuchen froren währenddessen auf dem Balkon, wovon einer, wie Gerüchte umhergingen, eindeutig vom „anderen Ufer“ war. Aber es gab in der Küche noch mehr zu entdecken. Der bahnbrechende Moment… Andi öffnete die Kühlschranktür – und da sah er sie! Diese wohlgeformte, schneeweisse, elegante Dose mit der königsblauen, klaren Aufschrift: Schmand. Was für eine Entdeckung, was für ein historischer Augenblick! Das Ding, das jeden noch so bierernsten Klotz dazu bringt, sich vor Lachen auszuschütten. Und wir kennen es nun, dieses Geheimnis, die Therapie, die jede Depression heilt: Schmand! Jeder Psychiater sollte so ein Ding auf den Tisch stellen – seine Patienten würden vom Stuhl purzeln vor Lachen. Eigentlich könnten wir ja eine Menge Geld mit dieser Entdeckung machen… Der Schmand! Sag Ja zum Schmand! Das Schmandmännchen kommt... Hallo Schmandy... Schmand hat mein Leben verändert! Kein Leben mehr ohne Schmand... Statt einer ernsthaften Generalversammlung hatten wir nun die reinste Lachparty! Es war gar nicht so einfach, sich nun wieder den sachlichen Dingen zuzuwenden, aber wir rissen uns zusammen. Da wir uns fast alle schon kannten, fiel die Vorstellungsrunde weg. Nachdem wir festgehalten hatten, dass wir letztes Jahr lausig wenig Fantreffen auf die Reihe gekriegt hatten, dass Magne und Savoy ziemlich aktiv und Morten ziemlich passiv gewesen waren, hatten wir auch schon das meiste mitgeteilt, und den Rest kann man schliesslich im Protokoll nachlesen.... Kein Abend ohne Nachttisch! Nachdem das Schlachtfeld beseitigt war und der Schmand wieder heil im Kühlschrank war, wo er hingehörte (wir hätten seinen Anblick nicht mehr länger ertragen), wurden die Kuchen hereingebracht. Sie sahen ja alle so herrlich lecker aus... nur Monikas Kuchen... der sah eindeutig... irgendwie… schwul aus! Ich meine, das sah ja ein Blinder aus zwanzig Meter Entfernung, dass dieser Kuchen anders drauf war als die anderen. Aber irgendwie war gerade der besonders lecker. Doch auch die anderen, anständig aussehenden Kuchen schmeckten köstlich. Die nächste Lachnummer kam wieder von Andy (der eindeutig zuviel Schmand inhaliert hatte), der inzwischen aus Markus’ riesiger Plattensammlung ein paar ganz erlesene Stücke gezogen hatte. Schweizer Hüttenlieder zum Beispiel, mit einem Cover aus den tiefsten Siebziger-Jahren, Männer mit Pilzfrisuren und Hornbrillen, Frauen mit Abba-Dauerwellen, todschick! Wir bekamen ein paar Kostproben zu hören, Dinge, die sich irgendwie alle wie die Titelmelodie eines Schmand-Films anhörten. Dazu Andys umwerfende Tanzeinlagen. Und schon platzten wir in erneute Lachsalven aus. Leider ging auch der lustigste Abend zu Ende. Andy, Gilla, Christoph und Monika verabschiedeten sich, Monica, Silvia und ich blieben bei Markus zum Uebernachten. Obwohl es schon längst früher Morgen war, plauderten Monica und ich noch mindestens eine Stunde über tiefsinnige Themen wie Gott und die Welt. Und schliesslich war es still in der Wohnung. Ha! Gilla, Andy und Monika hatten definitiv etwas verpasst: Nämlich dass wir uns die Dose Schmand zum Frühstück vorknöpften. Neben dem selbstgebackenem Zopf und dem selbstgekauften Bauernbrot, dem Vanillehonig, der Vanillekonfiture und dem Vanille-Cappuccino (erraten: Der Hausherr mag Vanille!) war der Schmand eindeutig der Star des Frühstücktisches! Was gab es denn Leckereres, als sich eine dicke Schmand-Schicht aufs Brot zu streichen und darauf Honig oder Konfitüre? Vor allen Dingen tropfte es so richtig schön auf die Finger, weil der Schmand das Ganze nicht so kompakt festhielt wie Butter. Übrigens, nebenbei noch ein Geheimrezept: Erst Nutella aufs Brot, dann Schmand, dann Konfitüre ergibt eine Schwarzwälder-Schnitte! Den Deutschen würden die Haare zu Berge stehen, wenn sie wüssten, wozu wir Schweizer dieses Sauermilcherzeugnis missbrauchten... jawoll, Rache ist süss, braten doch die Deutschen Wurst, Gemüse und Sauerkraut im Raclette-Pfännchen. Diese Banausen. 1000 Wunderrezepte mit Schmand... die Phantasie schlägt Purzelbäume! Nachdem wir schmandig gestärkt waren und das schlimmste Chaos beseitigt hatten, machten wir uns fertig für die Eisbahn, wo wir uns mit Gilla, Andy und Monika verabredet hatten. Das Wetter war fantastisch, wie ich später erfuhr, war es in Basel sogar bewölkt gewesen an dem Tag. Ausnahmsweise hatten die Berner das bessere Wetter (wo normalerweise Basel die zweitsonnigste Ecke der Schweiz ist). Nachdem wir unsere Schlittschuhe angeschnallt hatten und Monica sogar diesmal das richtige Kästchen abgeschlossen hatte, wagten wir uns aufs Eis. Na so was, die Berner fuhren andersrum als die Basler! Während wir in Basel gegen den Uhrzeigersinn fahren, kurven die Berner schön brav wie ein Ührchen von links nach rechts. Schon merkwürdig, was so ein Kantonswechsel ausmacht. Fragt sich nur, welcher von beiden nicht ganz richtig tickt, die Basler oder die Berner... Die Berner Kids nahmen’s allerdings auch nicht so genau, die fuhren einfach kreuz und quer. Dafür nahmen’s Andy und Markus auch nicht so genau, wenn es darum ging, dass das Iglu in der Mitte eigentlich den Kindern vorbehalten war... jedenfalls steckten diese zwei erwachsenen Männer neugierig die Köpfe in die Kinder-Behausung und verschwanden schliesslich ganz darin... bis sie ihre Köpfe aus dem Fensterchen steckten, was natürlich ein Foto wert war! Mir fiel irgendwie die erste Szene von "Star Wars - Das Imperium schlägt zurück"... Luke Skywalker auf dem Eisplaneten. Ja, Fotos wurden etliche geschossen, sogar auf der Eisbahn legten Markus und Monica die Kamera nicht aus den Händen, was zu einer Menge schöner Erinnerungsfotos führte! Kalt war uns auch nicht, im Gegenteil, ich musste sogar meine Jacke ausziehen. Obwohl die Eisbahn ziemlich voll war, jagten wir uns gegenseitig oder fuhren als Kette. Später gab’s noch eine Kaffee-Eistee-Cola-Pause, bevor es in die zweite Runde ging. Und Silvia drehte nun schon beinahe die zweibeinige Pirouette. Gegen vier Uhr brachten wir Silvia und Monika zum Zug und gingen danach noch zu Markus, um die restlichen Kuchen aufzufuttern. Leider schafften wir es nicht ganz, obwohl wir immer noch zu fünft waren (Markus, Gilla, Andy, Monica und ich). Nur der schwule Kuchen wurde ratzekahl weggefegt. In letzter Hast erledigten Monica und ich noch den Abwasch, bevor wir auf den Zug speedeten. Einig waren wir uns jedenfalls: Das war mit Abstand eines der besten und lustigsten Fantreffen gewesen. Noch am Montag wurde ich hin und wieder von dieser Lachstimmung gepackt. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an Markus, der uns wieder bei sich ertragen hat, und an Christoph, Silvia, Monika, Gilla und Andy, die mit ihrer Anwesenheit für diese lustige Stimmung gesorgt hatten. Hoffen wir auf ein baldiges Wiedersehen! Möge der Schmand mit euch sein! |