FantreffenFantreffen, Zürich - 2./3. April 2005, by SusanneKlein aber fein! Unter diesem Motto stand das April-Fantreffen, das wir dieses Mal in Zürich bei Silvia verbringen durften. Unser kleiner Kreis sollte aus fünf Leuten bestehen: Silvia, Christoph, Monika, Monica und ich (Susanne). Allerbestes Wetter stand für dieses Wochenende auf dem Programm. Wie
immer trafen sich Monica und ich schon etwas früher, um die Einkäufe zu
erledigen und noch ein wenig zu plaudern. Diesmal kosteten wir das Frühlingswetter
am Zürcher See aus und sahen den Anglern zu. Und weil's so schön war,
vertrödelten wir die Zeit und kamen nach dem Einkaufen ein "bisschen"
zu spät bei Silvia an (was sie uns aber großzügig verzieh!) Dafür hatten
wir ein paar volle Taschen leckerer Zutaten für mexikanische Fajitas.
Damit konnte bestimmt nichts schief gehen :-) Wow! Die erste gute Tat des Abends: Snacks aufzustellen! (Und soviel davon futtern, dass man bereits satt war, bevor die Fajitas fertig waren!) Silvia, Meisterin im Teekochen, hatte eine große Kanne erfrischenden Grüntee bereitgestellt, den wir auf der sonnigen Terrasse genossen, bis die anderen eintrafen. Monika kam dann auch pünktlich um fünf Uhr, doch der arme Christoph steckte ziemlich deftig in einem Stau. Wir begannen trotzdem mit der Küchenschlacht. Die Armee bestand aus zwei Abteilungen und wurde von zwei Hauptleuten geleitet: Hackfleisch-General Monica und Poulet-Offizier Susanne. Alle anderen hatten Zutrittsverbot. Die Hauptleute kamen nach eingehender Beratung überein, zwei Portionen dieser herrlichen Avocado-Guacamole-Sauce zuzubereiten, damit ja die ganze Armee satt wurde. Okay, war ein bisschen viel, aber es reichte dann auch für zwei Tage :-) Die Tafel war gedeckt, das Essen angerichtet. Nach einer kurzen Einführung war jeder in der Lage, sich seine Fajitas selbst zu füllen und zu rollen. Ein paar Spezialisten schafften es, professionelle Taschen zu formen, bei den anderen fiel die Konstruktion eher etwas auseinander. Aber was machte es schon? Im Magen kam ja eh alles durcheinander! Christoph sollte dann auch gerade noch rechtzeitig eintreffen, bevor das ganze Pouletfleisch weggefegt war (das Einzige, was etwas knapp berechnet war). Nach dem Essen waren wir bereit für eine Reise in die 80-iger Jahre. Monica hatte ein Trivial Pursuit dieser legendären Zeitepoche mitgebracht. Darin waren wir ja alles Spezialisten, oder? Na, vor allem wenn's um Sport und Politik ging :-( Christoph allerdings brachte uns auch in diesen Bereichen zum Staunen. Unglaublich, was der Mann alles wusste. Ich als Banause versuchte alles, um die Felder Sport und Politik zu umgehen, um mich wenigstens auf den Feldern Musik, Film und Fernsehen zu profilieren. Doch denkste! Irgendwie hatte ich das Pech gepachtet: Wenn man mich schon mal was über einen Kinofilm fragte, dann war es garantiert einer, den ich nie gesehen hatte. Kostprobe: "Welcher estländische Schauspieler spielte den Bruder des Vaters des Postboten "Guido Niegehört" im Film "Der unbekannte Streifen"? Grrrr. Wieso konnte man mich nicht fragen, wie der Bösewicht Darth Vater in Wirklichkeit hieß, bevor er der dunklen Seite der Macht verfiel? Oder aus welcher Automarke Doc Brown in "Zurück in die Zukunft" die Zeitmaschine baute? Auf jeden Fall verlor unsereins dann auch erdlochtief (= Gegenteil von haushoch), während Christoph der eindeutige 80-iger Jahre Champignon war! Aber was machte es? Hauptsache war der Spaß an der Sache! Doch es gab die eine Frage, die wir alle so vermisst hatten!!! Schließlich hatte es in den 80-iger Jahren die bahnbrechende Musikwende gegeben, die ja daran schuld war, dass wir alle vereint waren! Ich konnte es nicht unterlassen, den Stapel der Kärtchen zu durchsuchen und wurde erstaunlich schnell fündig: Welches norwegische Poptrio schaffte als erstes den Durchbruch in den USA? Ha? Na bitte!!! Das Spiel hatte einiges länger gedauert, als wir geplant hatten, und als wir wieder zurück im guten alten Jahr 2005 waren, war es denn auch schon Bettchenzeit. Christoph hatte noch einen weiten Weg vor sich und fuhr nach Hause, und auch Monika, die nicht sehr weit weg wohnte, zog das heimische Bett vor. Also waren's nur noch drei. Monica schlief auf dem Sofa, während ich auf dem Fußboden aus zwei Wolldecken, Monicas Schlafsack und zwei Isomatten eine Matratze baute. Auf jeden Fall ließ es sich auf diesem Edelstück von einem Bett wunderbar schlafen. Das Prachtwetter riss uns am nächsten Morgen zeitig aus den Federn. Diesmal benutzten wir den vorderen Balkon für ein traumhaftes Frühstück. Zu unserer Freude meldeten unsere Handys, dass Markus+Kids heute Nachmittag zu uns stoßen würden. Wir hatten nämlich vor, den Zürcher Zoo mit unserem Besuch zu beehren. Tramstation Zoo war unser Treffpunkt. An der Kasse stand eine Schlange (natürlich eine aus Menschen, nicht eine echte), die aber sehr schnell schrumpfte. Als Basler-Zoologe war ich sehr gespannt auf den Zürcher Zoo. Die Anlage sah sehr viel versprechend aus, nur die Tiere… nun, ein bisschen seltsam waren die schon. Im ersten Gehege war einfach nichts. NICHTS. Ich graste jedes Blättchen mit meinen Augen ab, als Markus meinte, dass es sich hier wohl um die seltene Spezies von transparenten Enten handeln würde. Und ich, da ich in dem Moment an transparente Fische dachte (die es wirklich gibt), schluckte diese Aussage, während sich die anderen ausschütteten vor Lachen. Aber die nächsten Tiere waren sichtbar, obwohl wir im Aquarium tatsächlich auf die besagten transparenten Fische stießen. Auch eine Schlange durften wir berühren (diesmal eine echte!). Die Stars waren aber eindeutig die Seehunde und die Affen. Was gab es Süßeres als Seehunde mit ihren treuen Hundeblicken? Quasi unter Seelöwen aufgewachsen, war ich von diesen Robbenbrüdern hin und weg, und ich konnte keine Entscheidung treffen, ob mir nun die Löwen oder die Hunde besser gefielen. Und die Affen erst! Obwohl ich nicht an eine Abstammung von den Affen glaube, war die Ähnlichkeit mit uns Menschen manchmal trotzdem sehr verblüffend. Ich bin überzeugt, dass Gott ziemlich viel Humor hat, wenn ich mir diese Viecher ansehe. Vermutlich hat er laut gelacht, als der erste Affe eine Banane schälte und sich damit das Ohr pulen wollte. Diese Phantasie, diese Artenvielfalt bringt mich immer wieder aufs Neue zum Staunen, und ich muss sagen, es gibt einfach echt nichts, was es nicht gibt. Nur schon allein die Farbenpracht eines Pfaus - wer hat die Muster auf seinen Federn gestaltet, gemalt? Nur der beste Designer, den es überhaupt gibt im Universum…! Doch besagter Pfau wollte und wollte einfach sein Rad nicht schlagen. Nicht mal als wir ein Weibchen imitierten, fiel dieser sonst so eitle Angeber drauf rein. Ein weiterer Beweis von Humor war übrigens das Kamel, das sich an einem vorstehenden Ast die Zähne zu putzen versuchte. Die Masoala-Halle - a-ha-Fantreffen im Regenwald! Ein Foto von diesen künstlichen Wasserfällen hätte durchaus genügt, um jedermann zu überzeugen, dass wir unser Fantreffen wirklich mitten im tiefsten Regenwald abgehalten hatten. Jetzt musste man sich echt nur noch vorstellen, dass das Kuppeldach da oben weg war. Viecher waren ein bisschen schwer auszukundschaften, aber so soll es ja auch sein: Wozu dient denn sonst die Tarnung? Okay, die knallroten Vögel waren sowohl gut hörbar wie auch sichtbar, der herabhängende Fleischsack an einem Baum erwies sich als… als was schon wieder? Eine Art Fledermaus? Das Chamäleon hatte seine Farbe zu unserem Glück nicht hundertprozentig der Umgebung angepasst, und die Wasservögel führten ein beneidenswertes Leben im Teich beim Wasserfall. Sonnen, Baden, Faulenzen… ja, wer will das nicht…! Doch die feuchte Wärme forderte seinen Tribut: Menschen mit niederem Blutdruck und Hungeranfall wurden ziemlich müde, und so fanden wir auch ein Restaurant, wo man für das Cola und etwas zu Essen zwar beinahe eine Hypothek aufnehmen musste, aber die Stärkung lohnte sich und die müden Lebensgeister wurden wieder geweckt! Fasziniert von all dem Gesehenen und mit neuen Zoologie-Kenntnissen ausgestattet traten wir den Heimweg an. Obwohl ich wie gesagt kraft Abstammung ziemlich eng mit dem Basler Zoo verbunden bin, muss ich auch den Zürchern ein Kompliment machen für ihren Zoo und die Tierhaltung. Markus+Kids traten die Rückreise in ihre Berner Heimat an, während wir anderen uns auf die restlichen Fajitas freuten. Da gab es noch einiges zu verputzen. Das Fleisch reichte zwar nicht mehr allzu weit, und so erfanden wir eben was Neues: vegetarische Fajitas. Doch die grosse Überraschung folgte zum Schluss: Die Fajitas-Generäle Monica und Susanne blieben ihrem Ruf als Profi-Schussel mit Diplom wirklich treu: Im Backofen kam noch ein ganzer Topf voller Hackfleisch zum Vorschein, der über Nacht hier drin vergessen worden war. Na super. Das war ziemlich schade, aber da wir unser Fantreffen nicht mit Durchfall und Magenverstimmung beenden wollten, fütterten wir die Mülltonne damit. Müde, satt und zufrieden traten wir denn die Heimreise an. Ein großes Dankeschön diesmal an Silvia für die tolle Gastfreundschaft und für ihre zwei sonnigen Balkone, sowie Monika, Christoph und Markus+Kids, die wieder einmal mehr ihre Treue bewiesen hatten. |