FantreffenFantreffen, Basel - 5. November 2005, by SusanneFantreffen auf der Basler Herbstmesse Wilde Bahnen, viel Essen – entweder ist einem nachher speiübel oder man ist sonst irgendwie durchgeschüttelt. Aber wie kommt es denn, dass man sich tagsüber etwas dusselig, müde und verspannt fühlt, und nach einem Besuch auf der Herbstmesse ist einem auf einmal „vögeliwohl“? Etwas seltsam ist es ja schon, aber das muss wohl das wohltuende Zusammensein von Gleichgesinnten sein. An jenem Tag hatte ich mal wieder den Dauerhunger gepachtet. Dauerhunger, das geht bei mir so, dass ich essen kann und essen und essen und essen und einfach nicht satt werde. Das ist an gewissen Tagen echt lästig und kann einen zur Verzweiflung bringen, aber an diesem Tag kam mir das gerade recht! Die ganze Truppe traf sich gegen fünf Uhr bei mir zuhause. Die Truppe bestand wie meistens am Samstagabend aus dem harten Kern: Monica, Monika, Christoph, Silvia und Susanne. Somit fiel Christoph die ehrbare Rolle des „Hahn im Korb“ zu. Da wir uns ja wieder in der Winterjahreshälfte befinden, war es bereits dunkel, als wir loszogen. Und die Messe ist ja auch erst im Dunkeln so richtig schön, wenn abertausende von bunten Lichtern leuchten. Die Herbstmesse ist auf sechs Plätzen verteilt, und in der Regel startet man beim Barfüsserplatz, doch dieses Jahr gab es da nichts Gescheites, also wanderten wir gleich den Berg rauf zum Münsterplatz. Das ist sicherlich atmosphärisch der Schönste aller Plätze und bekannt für das größte transportable Riesenrad der Welt. Das Riesenrad ist wohl die einzige Bahn, die ausnahmslos jedes Jahr am selben Platz steht. Zuerst allerdings ging es auf Futterbeschaffung, und wir entschieden uns einstimmig für Piadina, Gestärkt wagten wir uns dann auf den Höhenflug, und mittlerweile braucht es schon ein wenig Mut, sich auf das Riesenrad zu wagen, denn mit 60m Höhe ist es in der Tat ein RIESEN-Rad. Es überragt sogar beinahe das Münster. Ob bei Tag oder bei Nacht, die Aussicht ist auf jeden Fall gewaltig und wie so oft vermisste ich meinen Feldstecher, der in der Regel immer zuhause in der Schublade ruht, wenn ich ihn brauche. Wer an Höhenangst leidet, sollte besser nicht nach unten sehen, und es ist gewiss auch sehr empfehlenswert, nicht gerade während eines Erdbebens auf dem Riesenrad zu sein, da gerade die Gegend um den Münsterplatz gefährdet sein soll… aber lassen wir diesen unschönen Gedanken, kein Mensch hätte in diesem Augenblick an so was gedacht, wenn nicht zwei Herren sich darüber unterhalten hätten, und das gerade noch als wir uns auf dem höchsten Punkt befanden. Platz Nummer Zwei war die Kaserne, die erst seit ein paar Jahren als Messeplatz genutzt wird, seit die Hallen für andere Zwecke benötigt werden. Genau genommen machten wir vor der Kaserne noch einen Abstecher ins Café Spitz, wo wir uns mit heißer Schokolade, Tee und Latte Macchiato aufwärmten. Auf der Kaserne kämpften Monica, Silvia und ich um einen Platz auf dem „Breakdance“. Diese Bahn ist ja so geil, man kommt richtig in einen Geschwindigkeitsrausch, wenn man dann einen Platz ergattert. Irgendwie sind die Teenies da einfach etwas schneller als wir „Alten“, oder vielleicht sind wir etwas höflicher… wie auch immer. Danach verzehrten wir den nächsten Gang: Raclette. Ich glaube, der Stand dort verteilt die großzügigsten Portionen und man darf sich sogar selber mit Gürkli und Zwiebeli bedienen. Menge ist nicht vorgeschrieben, ich denke mal, man nimmt soviel bis einem einer auf die Finger haut. An anderen Ständen bekommt man vielleicht gerade mal zwei Zwiebeli und wenn man besonderes Glück hat, auch ein Gürkli, und von der mickerigen Käsemenge wollen wir gar nicht reden… und dafür heuschen sie dann eine Menge Geld. Aber dieser Stand auf der Kaserne ist wirklich empfehlenswert. Mittlerweile müsste man denken, der Hunger sei nun langsam gestillt, doch denkste. Der nächste Gang führte zur Mustermesse, wo Silvia sich eine Zuckerwatte kaufte und wir großzügig auf ihr Angebot zur Mithilfe beim Aufessen eingingen. Die Hauptattraktion dort war – RICHTIG: Das Wörtchen A-HA auf dem AVOSESSION-Plakat vor der Messehalle. Wir beorderten sogar einen Passanten, der uns alle ablichten durfte, wie wir da vor der Halle standen und den Finger auf dieses kleine dreibuchstabige Wörtchen hielten. Der wird sich wohl seine Sache gedacht haben und rätselt vielleicht noch heute darüber, was diese fünf jungen Leute so aus dem Häuschen gebracht hatte. Next Stop war eine weitere Bahn, auf die nur die beiden Härtefälle gingen, die nie genug kriegen konnten – Monica und ich. Das Ding ähnelte der „Breakdance“, nur dass sie noch kopfüber ging. Ach ja, als Teenager hatte ich von solchen Bahnen geträumt, damals erfand ich im Traum die wildesten Dinger… spezielle Vorliebe von mir. Na ja, genieße deine Jugend, Alter und graues Haar kommen schnell! So lange ich das vertrage, werde ich diese Bahnen genießen, so viel ist klar! Jedoch sind die Zeiten, wo man an einem Messebesuch auf mindestens zehn Bahnen gehen konnte, endgültig vorbei, erstens wegen der Preise, und zweitens, weil die Gefährte es tatsächlich nicht mehr zulassen, dass man zehnmal hintereinander gehen kann, da diese modernen Technogeräte bedeutend mehr vom Körperkreislauf fordern als damals (und das liegt gewiss nicht nur am Alter!!!). Irgendwann ist einfach genug. Nach einem durcheinander geschleuderten Magen ist ein Fruchtspieß genau das Richtige, und so kämpften wir uns durch die Menge an den Stand. Da es bereits ziemlich spät war, waren sowohl die Tuttifrutti-Spiesse sowie auch die Schokolade bereits ziemlich ausgegangen, wir fanden bei unseren Spießen mehrere lecke Stellen – will heißen, die Schokoladenschicht war reichlich dünn. Also noch eine Empfehlung: Kauft eure Spieße bei dem Stand auf der Kaserne, dort geizen sie viel weniger mit der Schoggi! Tja, was kam dann? Etwas durcheinander gerüttelt waren selbst Monica und ich nun gesättigt mit Bahnen, und wir drehten noch eine kleine Runde durch die Halle, bis wir auf unser letztes Ziel zusteuerten. Ich habe den Namen leider vergessen, aber es handelte sich um eine spanische Spezialität, so frittierte Teigwürmchen, absolut nix für die schlanke Linie, und erst recht nicht, wenn man das Ganze mit Schoggisauce isst. Leider waren die Dinger ziemlich fad und schmeckten eher nach Fett als nach was anderem. Fazit: Wenn ihr die essen wollt, geht in den Europa-Park, ist zwar etwas weiter, aber es lohnt sich ? Doch mit tatkräftiger Mithilfe von Silvia, Monika und Christoph bekamen wir auch diese fetten Teigwürmer noch runter. Nun traue ich mich fast nicht zu sagen, dass Monica und ich danach noch je eine halbe Portion Pommes verzehrten. Das kam dadurch, dass wir zusammen mit Monica auf ihren Zug warteten und uns dazu beim MacDonald’s aufwärmten. Na ja… aber wie gesagt… vögeliwohl ist der richtige Ausdruck! Silvia und Monika kamen zu mir zum Übernachten, und irgendwie war es nun soweit um uns geschehen, dass wir uns nach der Heia sehnten. Ich verfrachtete meine Gäste in den oberen Bereich meines Bettenheims, während ich mich in mein unteres Nestchen zurückzog, nicht ohne den Wecker zu stellen, damit wir Ana Cristinas Ankunft nicht verpennen würden. So standen wir am nächsten Morgen auch problemlos auf, ohne Kater, ohne Übelkeit oder sonst irgendwas, was einem ausgiebigen Frühstück im Wege stehen konnte. Während Monika und Silvia sich der Futterbeschaffung im Coop widmeten, stand ich zuhause Wache, um Ana Cristina zu empfangen. Schließlich kamen sie alle in derselben Minute: Ana Cristina mit ihrer Tochter Natalia, plus Monika und Silvia mit zwei vollen Einkaufstüten. Ana Cristina und Natalia waren zum ersten Mal dabei und hatten somit das Vorrecht, ihr erstes Fantreffen auf kleinstem Raum zu genießen. Ich glaube, ich hatte bisher noch nie fünf Leute aufs Mal in der Wohnung und an meinem Esstisch, aber es ging prima, die IKEA-Möbel halten, was sie versprechen: Mehr Platz auf kleinem Raum. Wir aßen uns satt und verbrachten einen gemütlichen Vormittag, und… na klar: Eine der Hauptbeschäftigungen außer Essen war natürlich, dass wir uns das neue Album Analogue vorwärts und rückwärts reinzogen. Auch das Video zu „Celice“ hatten noch nicht alle gesehen, und weil mein DVD-Player nicht einverstanden war, das Teil abzuspielen, musste ich meine alte Kiste hochfahren und dort das Video dann ohne Ton abspielen lassen… na ja… wir haben dann versucht, chronologisch identisch „Celice“ von der CD dazu ablaufen zu lassen, aber irgendwie ging’s am Schluss nicht auf, das Video war schon längst fertig, als das Lied noch lief. Ende gut, alles gut, konnte man somit sagen… wer so ein Wochenende ohne darauffolgende Magenverstimmung überstehen kann, zeichnet sich zumindest als echter Hardcore-Fan aus. In diesem Sinne, Danke an… na ja… ich kann mir ja selber schlecht danken für die Gastfreundschaft, oder? :-) Lassen wir das…! |